Ein Traum. Ein schrecklicher Traum. Seitdem schwirren Gedanken in meinem Kopf, die mich innerlich schmerzvoll zerreißen.

Die Welt war wesentlich fortschrittlicher als heute. Nur eine Person meines Umfelds kam darin vor: mein Mann. Ich bin froh, dass mein Sohn nicht vorkam. Ich glaube, das hätte ich nicht ausgehalten. Trotzdem ist er der „Grund“, warum es solch fürchterlich schmerzende Gedanken bei mir gibt.

Krieg. Krieg zwischen der Erde und … Ja, mit wem eigentlich? Das spielt keine Rolle. Wir wurden angegriffen. Mindestens einer von uns beiden hat wohl bei der interplanetaren Verteidigung gearbeitet. Auf einem Monitor sehen wir die massiven Einschläge auf der Erde. Atombomben sind ein Witz dagegen. Ich sehe meinen Mann und mich in eine Rettungskapsel fliehen. Ein Zweisitzer. Juhu, wir haben es geschafft! Oder?

Auf meinem Display sehe ich weitere Einschläge. Wir sind noch zu nah. Die Erde implodiert. Alles zieht sich zusammen. Wir mit. Ich schreie zu meinem Mann rüber, der etwa 2 Meter von mir weg sitzt: „Ich liiiiebe diiiich!“. Er sieht mir in die Augen. Ich weiß was er sagt. Er liebt mich auch. Doch ich kann es kaum noch hören. Es ist total verzerrt. Es ist ein komisches Gefühl. Und so real. Ich kann dieses Gefühl kaum beschreiben. Als würde man innerlich aufgesaugt werden. Ich spüre die Leere. Und dann? Nichts.

Es schmerzt. Tief in meiner Brust. Jedesmal, wenn ich daran denke. Ich möchte weinen.

Seitdem denke ich auch oft daran, dass ich nie das ganze Leben meines Kindes erleben werde. Will ich ja auch eigentlich nicht. Mein Kind soll ein langes glückliches Leben haben. Trotzdem werde ich nie erfahren, wie es irgendwann weitergeht. Irgendwann werde ich einfach weg sein. Und die Welt dreht sich weiter.

In mir schnürt sich alles zusammen. Und nun kommen mir wieder die Tränen. Ich will leben, im Hier und jetzt, und nicht über den Tod nachdenken. Ich will diese Gedanken nicht in meinem Kopf haben. Sie sollen da raus! Vielleicht hilft es, dass ich sie nun mal niedergeschrieben habe.

Vielleicht.